Good old Jupiter sticht im Zeitgeschehen weiterhin heraus, aber er verwandelt sich gerade im Fegefeuer. Passend dazu erschien der Monumentalstreifen «Odyssee» von Christopher Nolan, der denn auch das IMAX Format beansprucht, um in seiner Gänze zu wirken. Der Regisseur hat einen enormen Aufwand – auch mit analogem Filmhandwerk – betrieben und das Star- und Statistenaufgebot ist beeindruckend. Genau so kann man sich Jupiter in Löwe denn auch vorstellen, es wird mit der grossen Kelle und höchsten Ansprüchen angerührt, um die maximale Strahlkraft zu entfalten.

Gegenspieler oder Partner
Astrologie ist die Kunst der Komplexität und der Synergie. Eine Entsprechung zeigt sich nie allein, sie ist stets ein Puzzleteil in einer viel grösseren Geschichte und es gilt aus vielen Farben ein ganzes Bild zu zeichnen. Die Auswirkungen dieser Jupiterkonstellation werden erst deutlich, wenn man sich die restlichen Planetenkonstellationen anschaut. Saturn setzt Jupiter stets die notwendigen Grenzen, sie sind eine der Paarungen, welche im Leben in Balance gehalten werden sollten. Im Widderzeichen setzt Saturn derzeit sehr abrupte Grenzen und die Forderung nach Verantwortung kann sehr lautstark bis wütend daherkommen.
So erkennt man schnell zwei zentrale Lager im Geschehen: Saturn ist stets das Korrektiv, wenn Jupiter das gesunde Mass verliert. Im Tierkreiszeichen Widder ist Saturn allerdings kein Marathonläufer und seine Fähigkeit zur Standfestigkeit wird zum kräftezehrenden Powerplay. Als Sprinter bringt er nun wenig Substantielles und Dauerhaftes zu Stande, was diesem Jupiter in Höchstform nun wenig Widerstand entgegenbringt. Dies zeigt sich in der Auseinandersetzung mit sich selbst oder in der Projektion auf die Aussenwelt. Wir alle haben einen Jupiter und einen Saturn im eigenen Horoskop, welche stets miteinander um ein Gleichgewicht ringen. Positiv kann sich nun eine unmittelbare Auseinandersetzung mit sinnentleerten Lebensweisen zeigen. Der Kampf um die Erneuerung von Verantwortlichkeiten, Regeln und Normen ist nicht nur in der Gesellschaft und der Welt zu Gange, er entfacht sich auch im individuellen Leben schnell. Wenn wenn Jupiter an der Veränderung Gefallen findet, wird schnell ein grösseres Lauffeuer draus. Im öffentlichen Leben steht Saturn auch für den Staat und seine Politik und Jupiter für die Rechtsprechung und Religion.
Eingebunden in die Zeitqualität
Die Sonne befindet sich in ihrem Jahreslauf im Übergang vom Löwe zum Jungfrauzeichen. Dafür stehen die Anpassungsfähigkeit in Verbindungen, die Wirkfähigkeit aus dem eigenen Platz im Leben heraus und die Analysefähigkeit von Problemen. Alles Verhaltensweisen, welche nicht jupiterhaften Glamour versprechen, sondern Demut benötigen. Auch deshalb ist die Odyssee aktuell ein starkes Bild. Odysseus, als jupiterhafte Figur, muss viele Prüfungen überstehen getragen von seiner Hoffnung, zurück zu seiner geliebten Penelope zu finden. Hoffnung allein wird die aktuellen Probleme nicht lösen, es ist der Sinn, der die Suppe schmackhafter macht, welche wir nun im Weltgeschehen oder privat auszulöffeln haben.
Als Herrscher der Luftepoche weist Uranus seit 2020 den Weg, er löste damit Jupiter von seiner vorherrschenden Aufgabe während 200 Jahren Erdepoche ab. Das Motto des «Höher, weiter, schneller» ist unabhängig davon, ob das schon verstanden wurde, ins Museum gewandert. So wird immer deutlicher, dass nicht nur wir Menschen uns an die neue Zeit adaptieren müssen, sondern auch unsere Sprache und deren Bedeutung eine Transformation benötigen. Wie man die Dinge und Geschehnisse benennt, hat direkten Einfluss darauf, wie sie verstanden werden.
Jupiter in der Luftepoche wandelt sich vom ehemaligen Konkurrenten in einen Suchenden nach Authentizität und Symbiosemöglichkeiten in Verbindungen. Er wird zum Lebensagent und soll nun als Krisenmanager, Problemlöser und Beschützer des Lebenswerten agieren. Richtig, das zeigt sich noch lange nicht überall, weil die Prägung des alten Verhaltens nicht einfach abfällt. Es braucht ein grösseres Bewusstsein (Jupiter in Löwe), um den Veränderungsbedarf auch bei sich zu erkennen. Eine astrologische Auslegeordnung kann bei diesen wichtigen Bewusstseinsschritten auf jeden Fall Erkenntnisse bringen.
Wandlung erkennen und benennen
Diese Wandlung Jupiters verleiht nun wiederum auch Pluto eine neue Bedeutung. Diese Energie dominiert nun im Bereich der Vorstellungskraft. Attraktion und Selektion als Evolutionsfaktoren rücken ins Zentrum des Zeitgeists. Negativszenarios, Propaganda und ein ausuferndes Ratgebertum auf sozialen Plattformen verfügen über die Macht zu lähmen und zu manipulieren, teilweise mit Nachhall an dunkle Zeiten in der Geschichte der Menschheit. Angstgespenster und Apokalyptische Aussichten steigen aus dem Hades in unsere Weltwahrnehmung. Die grosse Kunst ist die Überwindung dieser massiv getriggerten Vorstellung und die Besinnung auf die eigenen Handlungsfähigkeiten. Seifenblasen platzen, wenn man sie berührt. In diesem emotionalen Macht- und Ohnmachtserleben stehen wir erst am Anfang, doch es begleitet die dynamische neue Zeitqualität mit ihren Umbrüchen und Innovationen untrennbar.
Die Flucht in Scheinwelten oder neptunische Betäubung ist verlockend, doch der Umgang mit privaten Krisen ist elementarer Teil der individuellen Entwicklung. Bei Einsätzen von Feuerwehrleuten, Notfallpersonal und Careteams im Angesicht von Leben oder Tod, fällt eine Ruhe und Klarheit auf, welche die Fähigkeit zur Empathie und zur Handlung gleichermassen ermöglicht. Diese Besonnenheit erzählt schon in der Bedeutung des Wortes, worum es nun geht. Emotionen sind kein Ratgeber in derartigen Zeiten, es ist ein klarer Geist und ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefragt, um die Herausforderungen auf dieser Odyssee zu bewältigen.
Neue Kräfte werden kommen
Neue Anführer sollten vor allem über diese Fähigkeiten verfügen, denn die aktuelle, museal agierende Elite wird auch nicht ewig leben. Das Erdepochengebahren auf der Politbühne erscheint unerträglich rückständig, doch ist es gerade die Charakteristik von Übergangsgenerationen wie der unseren, dass wir uns ständig in Extremen wiederfinden. Noch geprägt von den alten Wirkmechanismen der Erdepoche, staunt so mancher über die luftigen und stürmischen Veränderungen. Doch die Generationen, welche beide Zeiten erlebt haben, sind schon ab Jahrgang 1980 eher auf der luftigen Seite zu Hause. Damals fand nämlich die erste Konjunktion von Jupiter und Saturn in der Luft statt, bevor im Jahr 2000 die Erdepoche mit ihrer letzten Konjunktion in Stier ausblutete. Und ab Jahrgang 2021 ist die Erdepoche nur noch als Erzählung von Eltern und Grosseltern real.
Im grossen Zeitgeschehen erleben wir also ein kurzes Zwinkern, im eigenen terminierten Leben aber ist es gerade eine Verstopfung grösseren Ausmasses.
Wer astrologische Reisebegleitung auf seiner eigenen Odyssee braucht, kann sich mit mir treffen, wo auch immer es der eigene Jupiter begehrt. Ich bin als Astrologin mobil und freue mich auf Deine Nachricht!
ASTRO LA VISTA
Nadja Rechsteiner