Gedanken zum Seminar mit Christl Oelmann „Quellen der Angst“

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Mit dem Besuch des SFER Seminars von Christl Oelmann kam ich in den Genuss von einem sehr umfassenden und professionellen Psychologie- und Astrologiewissen. Die Autorin vom „Roten Faden in der Kinderastrologie“ ist eine beeindruckende Persönlichkeit mit einem herzerfrischenden, lebensnahen Deutungsstil. Eine ihrer Aussagen ist mir sehr prägnant im Hinterkopf verblieben. „Der Lebensweg von Kindern und Müttern trennt sich kontinuierlich mit dem Erwachsenwerden. Danach liegt es in der Verantwortung von beiden Seiten, ihren eigenen Lebensplan zu verwirklichen. Das Kind lernt so Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und die Eltern haben letztendlich auch wieder die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie ihren Kindern nicht zur Last zu fallen.“

Weiter gedacht, ist hier eine weibliche Thematik angesprochen, die so oft andersrum verläuft. Falsch interpretierte Mutterschaft zeigt sich in vielen Erscheinungsformen. Der Betreuungs- und Beschützerbedarf scheint endlos zu sein, ein Kind zur Eigenverantwortung zu führen und es seine eigenen, manchmal auch schmerzhaften Erfahrungen machen zu lassen, wird nicht zuletzt von der Umwelt kritisch beäugt. Dabei sind Mütter die schärfsten Kritiker anderer Mütter. Dahinter stehen zum Einen verschiedenste persönliche Motivationsmuster, aber auch eine kollektive Haltung gegenüber der Mutterschaft, die Frauen doch sichtbar einschränkt. „Helikopter-Mütter“ oder das „Hotel Mama“ sind nur einige der Begriffe, die auf die Aktualität dieses Themas verweisen. Damit jedoch nicht genug – dasselbe Dilemma präsentiert sich auch bei den kinderlosen Frauen. Auch sie sind oftmals mit dem Beruf und der Karriere identifiziert und hegen und pflegen diesen Bereich wie Mütter ihre Kinder. Darunter leidet genauso ihre persönliche Entwicklung, die ja nicht nur im beruflichen Umfeld stattfindet.

Der Perfektionsdrang scheint Frauen von der Verwirklichung ihres eigenen Lebensplans abzuhalten und beraubt sie wertvoller Erfahrungen in Bereichen ausserhalb von Mutterschaft und Beruf. Wir sind nicht nur Mutter und/oder Berufstätige – jeder von uns hat auch noch weitere Aufgaben in diesem Leben, die es zu finden und zu erleben gilt. Wünschenswert wäre eine Wahrnehmungsöffnung beim Einzelnen und das Selbstbewusstsein, den persönlichen Weg nicht aus dem Auge zu verlieren. Mutterschaft und Beruf ist nicht alles – das Leben hat für jeden von uns noch jede Menge Erfahrungsfelder bereit. Diese Haltung von Vielen braucht es, um auch die kollektive Haltung dazu zu beeinflussen. Mut zur Vielfalt heisst da wohl das Zauberwort!

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Ein Gedanke zu „Gedanken zum Seminar mit Christl Oelmann „Quellen der Angst““

  1. Wow. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich würde sogar so weit gehen und die ganze Emanzipationsbewegung generell hinterfragen. Haben wir wirklich etwas erreicht oder haben wir uns nur neu verbogen? Bleib dran an dem Thema! Herzlich, Sylvie

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