Nöd hetze loo…

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Heute habe ich diesen Satz eines Kollegen im Ohr und ich mache mir Gedanken zur Zeit, wieso das Widerstehen oft so schwierig ist. Tempo ist zum Lebensinhalt geworden, alles muss schnell gehen, sofort sein, ist dringend. Dafür sind wir Menschen nicht gemacht, da ist sich die Wissenschaft mit der Pseudowissenschaft einig. Unser Hirn ist ein Fossil und wir strapazieren es bis an seine äussersten Grenzen. Die Menschen leiden unter dem ständigen Zeitdruck. Was passiert denn grad mit uns? Haben Sie den Film „The Big Short“ gesehen, der die Szenerie beschreibt, bevor es zum Platzen des Immobilienmarkts in den USA kam? Die Vorboten von Crashs sind immer eine Beschleunigung der Abläufe, eine Zunahme der Komplexität bis ins nicht mehr Nachvollziehbare und natürlich ein paar windige Gesellen, die sich diese Verwirrung zu eigen machen und einfache Lösungen versprechen.

Welche Energie ist da am Werk?

Im Thema Zeit sind immer Uranus und Saturn beteiligt. Wobei sie sich in vielen Dingen differenzieren. Bei Saturn geht es um die messbare Zeit, die wir mittels Uhren und Tagesabläufen erfahren. Es gibt einen natürlichen, irdischen Zeitrhythmus, den die Natur uns offenbart und der unserer menschlichen Art entspricht. Doch wer lebt heute noch im Einklang mit der Natur und ihren Rhythmen, dieses Wissen geht gerade von vielen unbemerkt verloren. Saturn Energie wird deshalb oft als Unterdrückung oder Einengung erlebt, weil wir ständig dieses natürliche System ignorieren. Jeder Lernprozess, jeder Zyklus hat eine bestimmte Zeit. Die lässt sich leider allzuleicht übersteuern, aber die Zeche bezahlen wir letzten Endes trotzdem. Das nennen wir dann Schicksal, dabei wäre es an uns selbst, wieder in Einklang mit diesen Rhythmen zu finden.

Die Anziehungskraft des Uranus

Aber wir erliegen im Kollektiv der Verführung von Uranus. Er ist der Herr der blitzschnellen Ideen und Gedanken und verkörpert das Zeitbewusstsein. Das Wort JETZT repräsentiert es am Eindrücklichsten, in dieser Qualität befinden wir uns seit einigen Jahrzehnten und meinen anscheinend, es gäbe kein Morgen mehr. Viele Menschen verspüren einen unglaublichen Drang, JETZT zu leben und sehen sich konfrontiert mit konsternierten Menschen, die noch die saturnischen Gesetzmässigkeiten in sich tragen. Erst die Arbeit – dann das Vergnügen, Spare heut – dann hast Du morgen, wir haben nur eine Erde – haben das alle vergessen? Und wo sind eigentlich die echten Autoritäten – die mit Wissen, Stärke und Verantwortung handeln? Im Zentrum stehen jene, die ausbrechen aus allen Systemen wie Respekt, Diplomatie, Humanität, Demokratie, etc. Oder wir werden vollgezwitschert wie man sein Geld ganz easy auf und mit Sozialen Netzwerken verdienen kann und durch eine schier schon unerträgliche Leichtigkeit auffallen kann. Im Trend ist es, gross zu Planen, nichts zu Stande zu bringen aber möglichst darüber zu reden. Medial brüstet man sich mit Individualität und entlarvt sich in seinem Macht- und Geldstreben doch nur wieder als einer unter vielen. Netzwerk ist das zentrale Stichwort dieser Zeitqualität. Alles ist mit allem vernetzt, davon kann man genauso profitieren wie auch darunter leiden. Aber auffällig ist, es ist Zuviel davon: Zuviel Hetze, Zuviel JETZT, Zuviel Denken, Zuviel Blitzaktionen, Zuviel Globalisierung, Zuviel Entsolidarisierung…

Das planetarische Gleichgewicht

Die Logik im planetarischen System ist simpel: erhält eine Energie zu viel Gewicht, wird sie früher oder später auskorrigiert. Und mit dieser Korrekturmassnahme müssen wir uns dann als Menschheit wie auch im Persönlichen  auseinandersetzen. Wenn wir Saturn derart vernachlässigen, kennt er Wege, um sich zurück ins Spiel zu bringen. Jene die ihn kennen, hören ihn schon. Auf der kollektiven Ebene erstarkt gerade der Ruf nach Grenzen und starken Autoritäten. Es ist der Griff zurück in das Bewährte, das vermeintlich Sichere, zurück zum Wahrnehmungsstandpunkt: was früher gut war, funktioniert auch heute. Das ist nicht nur eine Folge der Flüchtlingsthematik sondern eben auch die sträfliche Vernachlässigung der natürlichen Gesetzmässigkeiten. Denn eine derart massive Flüchtlingsbewegung auf der Erde ist genauso eine Gewichtumverteilung wie die amerikanische Abkehr von Europa hin zum Transpazifik.

Aktuelle Zerreissprobe

Unsere Lebenssphäre ist eins und reagiert sensibel auf alle Veränderungen. In astrologischen Kreisen teilt man den öffentlichen Eindruck, dass wir auf einem Pulverfass sitzen. Die Extreme driften auseinander und leisten sich eine Zerreissprobe. Das macht vielen Menschen Angst, weil wir scheinbar ausgeliefert sind. Auch dabei vergessen wir Saturn: eine der irdischen Gesetzmässigkeiten lautet: „Wie im Kleinen so im Grossen, wie oben so unten.“ Das heisst, wir haben sehr wohl Einflussmöglichkeiten als Individuum, das beginnt bei uns selbst. Und viel Kleinvieh macht auch dementsprechend viel Mist, das erkennt auch das System. Erinnert Euch an die irdischen Werte und gebt Euch, anderen Menschen und den Dingen Zeit, zu reifen und zu gedeihen. Überflieger kann man ausbremsen – mit Beharrlichkeit und Strukturen. Schliesslich leben wir hier auf Erden, nicht auf Uranus. Dort hätte unsere Spezies keine Überlebenschancen, das dürften alle noch wissen.

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