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Das letzte Viertel im astrologischen Jahreszyklus

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Hast Du gut ins neue Jahr gestartet? Für Astrologen ist der gesellschaftlich zelebrierte Jahreswechsel ein charmantes Paradox. Denn aus der zyklischen Betrachtung fängt gar nichts Neues an. Vielmehr beginnt mit dem Übergang der Sonne am 21. Dezember 2022 in das Zeichen Steinbock das letzte Jahresviertel, das symbolisch für Loslassen und Reinigung vom Alten steht. Könnte das ein Grund sein, wieso viele Jahresvorsätze so schwer umzusetzen sind? Im Januar von Neubeginn zu reden, wenn alles zugefroren ist, ist auch in der Natur eine Absurdität. Offensichtlich haben wir schon länger den Respekt vor den Naturzyklen verloren, denn bereits im Jahre 153 vor Christus wurde der Jahresbeginn auf den 1. Januar verschoben und galt ab der Neuzeit in der ganzen westlichen Welt. Zuvor begann das Jahr im römischen Kalender ursprünglich am 1. März und endete mit dem Februar, in dem auch der Schaltmonat eingefügt wurde.

Eine Zeit der wertvollen Distanz

Die Zeichen Steinbock, Wassermann und Fische stehen im persönlichen Horoskop für die Bewusstwerdung. In diesen Zeichen erlebt man sich vermehrt als Teil der Gesellschaft und erkennt seine Rolle, seine Zugehörigkeit zu Gleichgesinnten und letztlich auch jenen Teil in sich, den man Menschlichkeit nennt und in dem man sich im tiefsten Kern auch nicht von anderen unterscheidet. Wir treten in dieser Jahreszeit in einen Prozess, der dazu dient, sich selbst objektiver wahrzunehmen und sein Wirken in der Welt auch zu hinterfragen. Mit Distanz auf das eigene Handeln zu schauen und die Früchte seiner täglichen Arbeit in Relation zur ursprünglichen Absicht und den wahren Bedürfnissen zu stellen, kann Erstaunliches zu Tage bringen. Alles Überholte sollte abgelegt werden, um dann beim astrologischen Jahresbeginn beim Sonneneintritt in das Zeichen Widder am 21. März zu neuen Taten aufzubrechen.

Es bleibt stürmisch

Der Epochenwandel aus dem Erd- ins Luftelement bahnt sich weiter seinen Weg in den bestehenden Strukturen. Was starr und leblos ist und keiner lebendigen Quelle mehr entspringt, bricht aufgrund von fehlendem Wurzelhalt zusammen. Das gilt im persönlichen wie im gesellschaftlichen Bereich. Mit Uranus im Stier stellen sich die drängenden Wertefragen auch noch während den kommenden Jahren. Erst mit dem Eintritt im Juli 2025 in das Zeichen Zwillinge wird dieser Fokus wechseln. Statt am Alten und Bequemen festzuhalten, Konkurrenz und Revierverhalten zu konservieren, gilt es Barrieren abzubauen und Kooperationen zu schliessen. Der dadurch stattfindende Energieaustausch befruchtet beide Seiten und nährt die Zuversicht auf eine gemeinsame Zukunft der Gestaltung und Mitwirkung. Es gibt daher sicherlich auch noch das Eine oder Andere zu entrümpeln in den Monaten Januar bis März.

Pluto – die Schaltzentrale der Lebendigkeit

Mit dem Eintritt von Pluto ins Wassermannzeichen am 24. März 2023 ist dann ein wichtiger Jahresschritt im Vorankommen zu erwarten. Die positive Entsprechung dieser Konstellation ist der Zugriff auf die Schaltzentralen in den Netzwerken. Das will heissen, dass ein tiefes Gefühl und Bedürfnis entstehen, sich zu Gunsten von mehr Lebendigkeit im eigenen Leben mit anderen zu vernetzen. Reine Verwaltungsakte und sinnentleertes Statusstreben verlieren weiter an Wert, weil ein mächtiger Wille nach Symbiosen sich zunehmend ausbreiten dürfte. Auf der Schattenseite dieses Aspekts besteht dadurch die Gefahr, dass sich Manipulation und Kontrolle in den Netzwerken ebenfalls vertiefter ausbreiten. Dem gilt es auch persönlich Einhalt zu gebieten, den Wert der Mitbestimmung hochzuhalten und zu verteidigen. Die Demokratien dieser Welt schrumpfen genauso wie die Erdressourcen unseres Planeten. Wir scheinen immer immer näher zu jener Kreuzung zu gelangen, an dem wir als Menschheit unser eigenes Schicksal besiegeln. Im persönlichen Bereich stellen sich durch diese Konstellation existentielle Fragen der Verbindlichkeit und der Mitbeteiligung in jenem Lebensbereich, in dem das Zeichen Wassermann im persönlichen Horoskop steht. Der Tanz zwischen Nähe und Distanz, zwischen subjektivem Verlangen und objektivem Begreifen wird uns durch die nächsten beiden Jahrzehnte begleiten.

Vertrauen und innere Stärke

Die Sicht auf eine Welt im Umbruch benötigt ein intaktes Vertrauensfundament und den Mut für Taten in einem derartigen Klima aufzubringen, braucht vor allem Zuversicht. Keiner weiss am Anfang einer neuen Zeit, wo die Reise hinführt.  Das ist verwirrend und verstörend in einer Gesellschaft, die sich bisher der Planbarkeit und der Machbarkeit verschrieben hat. Neuanfänge sind immer Pioniergebiete: Es gibt weder Garantien noch Prognosen und der Einzelne wird komplett auf seine Durchsetzungskraft geworfen. Dabei spielt auch der persönliche Aszendent eine grosse Rolle, denn er gibt Anhaltspunkte zu der Grundmotivation, die wir in diesem Leben verfolgen und durchsetzen. Wer seinen Intuitionen traut und spürt, dass der nächsten Schritt ins Ungewisse ruft, ist schon getragen von seinem Vertrauen ins Leben. Diese innere Stärke suchen derzeit viele Menschen und betreten damit teilweise auch Neuland. Wenn man sich nämlich zu lange der Anpassung im aussen verschrieben hat, dann wird man auch abhängig von äusseren Strukturen. Wenn dann im aussen nichts mehr sicher ist, wird der Zugang zum inneren Fundament wichtiger denn je. Der Mensch besteht bei seiner Geburt zu 80% aus Wasser, was sich bis zu seinem Tod auf rund 50% reduziert. Vielleicht auch ein Sinnbild dafür, dass wir mit zunehmendem Alter mehr Stabilität aufbauen. Es scheint mir sehr erstrebenswert, dass in den verbleibenden 50% weiterhin auch das Vertrauen ins Leben fliesst. 

Die persönliche astrologische Jahresschau ermöglicht eine Bestandesaufnahme, wo man sich in diesen grossen Umbruchprozessen persönlich befindet und in welchem Lebensbereich man noch im alten Verhalten verhaftet ist. Es gilt letztlich sukzessive alle Persönlichkeitsanteile in dem sich verändernden Zeitgeist zu verorten und gerade bei emotionalen Prozessen kann der Blick aus der Distanz dabei mehr Klarheit und Zusammenhänge offenbaren. 

Nadja Rechsteiner

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