Chromstahl und Mondknoten

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Das Chromstahlbecken in meiner Küche steht für das Leben an sich. Chromstahl fordert mich heraus, zu putzen und zu polieren, immer und immer wieder, endlos. Dreckiger Chromstahl ist wie ein verwahrlostes Leben.  Es hat diese trostlose Mattigkeit, jedes Glas Wasser, jede Flüssigkeit hinterlässt eine sichtbare Spur, jeder Fleck darauf ist eine Beleidigung des Lebens. Gelebtes Leben – und es sieht schmutzig aus. Ich spüre diesen Drang, dass ich vom Leben möchte, dass es schön aussieht. Es soll in hellen Farben strahlen und glücklich machen, und auch im Rückblick noch aus voller Kraft leuchten. Chromstahl aber führt mir jeden Tag vor Augen:  Gelebtes Leben sieht schmutzig aus. Es ist nicht mehr neu, voller Glanz. Es ist matt, hat Kratzer und sieht abgestanden und gebraucht aus.

Idealisten putzen darin herum, schlagen sich ständig mit dem eigenen Schmutz und dem Schmutz der Anderen herum. In der Hoffnung, irgendwann damit fertigzuwerden. Diese Illusion ist so stark, dass sie diesen Putzdrang stets zu nähren vermag. Und mit ihm die Hoffnung, irgendwann in diesem blitzenden, glänzenden Leben zu stehen und zu erleben, dass es immer so bleibt. Dabei zu erleben, wie diese Hoffnung jeden Tag buchstäblich zerstört wird. Die Milchspuren und die Speisereste die den Ablauf verstopfen. All dieser Dreck wird ständig magisch reproduziert und bekämpft. Der Kampf des Wegwischens. Doch wozu? Um dann endlich einzutauchen, in dieses Leben? Und es zu lieben und zu spüren, eins mit ihm zu werden? Hier kommen die grossen Ideale und Visionen derzeit so richtig ins Spiel.

Der Chromstahl im Leben muss weg. Er steht für das unerreichbare Ideal der perfekten Sauberkeit und paralysiert uns in den Momenten seines Glanzes.  Und hält uns damit vom bewussten Leben ab. Stellt sich die Frage, was bewusstes Leben denn sein soll. Bewusstes Leben ist nicht ideal, nicht nur bewahrend sondern auch erneuernd. Es ist geprägt vom Drang zu Erstreben, zu Besitzen und auch wieder  Loszulassen.

Die Astrologie interpretiert das Leben als einen kontinuierlichen Balanceakt zwischen Polaritäten. Zum Beispiel repräsentiert durch die Mondknotenachse mit ihren zwei Polen. Einen dieser Pole beherrschen wir schon ganz ordentlich. Wir haben ihn seinerzeit wohl als Mitgift von Gott persönlich erhalten. Wir fühlen uns in diesem Pol vielleicht so wohl, dass wir lieber da drin bleiben als zu neuen Ufern aufzubrechen. Oder wir verachten ihn dermassen, dass wir mit aller Macht das andere Extrem anstreben. So oder so, wir bleiben damit einpolig.

So wie die Astrologie den grossen Plan interpretiert, geht es für jeden Einzelnen darum zweipolig zu werden, um sich schliesslich einem Balancekünstler gleich in der Mitte der Verbindungsachse einzupendeln. Das Streben nach Ganzwerdung, mit Achtsamkeit in die eigene Mitte. Sich nur in der Möglichkeit des Glanzes von Chromstahl zu spiegeln und dabei ob seiner wiederkehrenden Mattigkeit zu verzweifeln bedeutet, letztendlich nur immer den einen Pol auf Hochglanz zu trimmen und dabei fortwährend den anderen Teil unbewusst wegzuwischen.

Mithilfe der Astrologie können diese Polaritäten im eigenen Horoskop herausgedeutet und bewusst gemacht werden. Zudem kann aufgezeigt werden, auf welche Weise der Weg in die eigene Mitte in Angriff genommen werden kann.

Astro la vista hilft Dir gerne dabei.  

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